| Kurze Antwort | Ja. Aber anders als noch vor zwei Jahren. |
| Das Problem | Weniger Traffic, obwohl die Seite gut rankt |
| Der Shift | Von Klick-Kanal zu Vertrauensanker |
| Was jetzt zählt | Conversion, nicht Reichweite |
| Für Schweizer KMU | Wer eine gute Seite hat, gewinnt. Wer eine alte hat, verliert doppelt. |
Die Frage kommt fast in jedem Erstgespräch. Manchmal direkt, manchmal als Unterton: "Lohnt sich das überhaupt noch, jetzt wo alle einfach ChatGPT fragen?"
Ja. Aber nicht mehr so wie 2022.
Was sich verändert hat
Wer heute nach einer Dienstleistung sucht, bekommt die Antwort oft schon auf der Suchergebnisseite. Mehr als die Hälfte aller Google-Suchen enden inzwischen ohne Klick auf eine externe Website. Bei Anfragen, bei denen Google eine KI-Zusammenfassung einblendet, fällt die Klickrate auf unter ein Prozent.
Wer seine Website bisher als Traffic-Maschine betrachtet hat, merkt das gerade.
Aber hier ist, was in den meisten Artikeln zu kurz kommt: B2B-Traffic funktioniert anders als B2C. Wer nach "Schweizer Fensterputzmittel" sucht, bekommt eine KI-Antwort und ist fertig. Wer einen Elektroinstallateur im Kanton Zürich braucht, ein Angebot einholen will, oder einen Dienstleister für sein Unternehmen sucht — da ersetzt kein Chatbot das Gespräch. Informativer Such-Traffic verschwindet. Wer kaufen will, klickt immer noch.
Was das für KMU konkret bedeutet
Weniger Traffic bedeutet: jeder Klick zählt mehr. Das ist keine schlechte Nachricht, wenn man die Konsequenz zieht.
Die durchschnittliche B2B-Conversion-Rate liegt bei zwei bis drei Prozent. Von 100 Leuten, die auf eine Website kommen, füllen 97 bis 98 kein Kontaktformular aus. Die meisten Websites haben also kein Traffic-Problem. Sie hatten schon immer ein Conversion-Problem, nur hat es früher weniger aufgefallen.
Wer früher 1.000 Besucher hatte und 20 Anfragen bekam, bekommt jetzt vielleicht noch 700 Besucher. Bei gleicher Conversion-Rate: 14 Anfragen. Das fühlt sich nach Rückgang an, zeigt aber eigentlich, wo die Arbeit wirklich stattfinden sollte — nämlich auf der Website selbst.
Die Website als Vertrauensanker
Etwas verändert sich gerade, das kaum jemand laut sagt: KI-Systeme empfehlen Unternehmen. ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews — sie alle zitieren Quellen. Wer dort als relevante Quelle auftaucht, gewinnt Sichtbarkeit, bevor der Interessent überhaupt auf die Website klickt.
Das setzt voraus, dass die Website strukturiert und inhaltlich klar ist. Nicht wegen des Designs, sondern weil Maschinen sie lesen und einordnen müssen: Was tut dieses Unternehmen, und für wen?
Eine alte, unklare Website schadet 2026 doppelt. Sie konvertiert schlecht und taucht in KI-Antworten nicht auf. Wie man KI-Sichtbarkeit konkret aufbaut, erklären wir im Artikel AEO: Warum Ihre nächsten Kunden Sie zuerst bei ChatGPT finden werden.
Was jetzt zu tun ist
Die Website soll Anfragen bringen. Drei Stellschrauben machen dabei den grössten Unterschied:
Klare Leistungsversprechen. Wer nach drei Sekunden nicht weiss, was ein Unternehmen tut und für wen, springt ab. Das galt immer. Heute, wo jeder Klick mehr wert ist, ist die Toleranz dafür noch kleiner geworden.
Kontaktaufnahme so einfach wie möglich. Ein gut platziertes Formular, ein konkretes erstes Angebot, eine Handlungsaufforderung die sagt was als nächstes passiert. Erstaunlich selten wirklich umgesetzt.
Inhalte die echte Fragen beantworten. Nicht für Google — für potenzielle Kunden. Wer beschreibt, welche Probleme er löst und wie, der taucht auch dort auf, wo B2B-Entscheider heute recherchieren. Ein praktischer Einstieg: Claude Skills: einmal aufsetzen, nie mehr Kontext wiederholen zeigt, wie KI-gestützte Texterstellung konsistent und effizient funktioniert.
Wer die Website immer noch als Visitenkarte betreibt, merkt das Problem spätestens dann, wenn die Anfragen ausbleiben. Eine gute Website generiert heute Neukunden. Eine schlechte filtert sie aus, bevor sie anrufen.
Wenn Sie wissen wollen, wie Ihre Website heute wirklich dasteht: wir schauen uns das gern gemeinsam an.