Wer heute "Webdesign Agentur Zürich" bei ChatGPT eingibt, bekommt eine Antwort. Keine Liste mit zehn Links. Eine Antwort, mit zwei oder drei konkreten Namen.
Einer davon bist du. Oder eben nicht.
Das ist der Kern dessen, was sich gerade verändert. Nicht die Lautstärke hat sich geändert, nicht wie viel Content man produziert. Sondern wo Kaufentscheidungen vorbereitet werden.
Was sich konkret verschoben hat
Google war lange das erste Fenster. Jemand hat ein Problem, tippt es ein, scrollt durch Ergebnisse, klickt auf zwei oder drei Links. Vielleicht landet er auf deiner Website.
Dieses Modell funktioniert noch. Aber es verliert Terrain. Immer mehr Suchen, besonders solche mit konkreter Kaufabsicht, beginnen heute in ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews. KI-Suchsysteme verarbeiten inzwischen schätzungsweise 12 bis 18 Prozent aller englischsprachigen Informationssuchen, vor einem Jahr waren es noch unter 2 Prozent.
Das Entscheidende daran: Diese Systeme verlinken nicht einfach. Sie antworten. Sie nennen Namen, formulieren Empfehlungen, erklären Unterschiede. Wer dort nicht vorkommt, existiert für diese Nutzer nicht.
Der entscheidende Punkt: Der Überschneidungsbereich zwischen den Top-Google-Ergebnissen und den von KI zitierten Quellen ist von 70 auf unter 20 Prozent gefallen. Gut bei Google zu ranken und in KI-Antworten zu erscheinen sind zwei verschiedene Dinge.
Was KI-Systeme entscheiden lässt
KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity wählen ihre Quellen nicht nach Beliebtheit. Sie wählen nach Klarheit, Struktur und Vertrauenswürdigkeit.
Konkret heißt das:
- Klare, direkte Aussagen. KI braucht Inhalte, die sie zitieren kann. Allgemeine Beschreibungen wie "wir bieten massgeschneiderte Lösungen" sind nicht zitierbar. "Wir bauen Websites für B2B-Dienstleister in der Deutschschweiz, die Anfragen generieren" schon.
- Strukturierte Inhalte. Seiten mit mindestens einer HTML-Tabelle und einer nummerierten Liste werden 2,3-mal häufiger in ChatGPT-Ergebnissen zitiert als Seiten, die nur aus Fliesstext bestehen.
- Autorenschaft und Aktualität. Benannter Autor mit Bio, sichtbares Datum, interne Quellenverweise, das sind die Signale die KI-Systeme als Vertrauensanker verwenden.
- Antwortstruktur statt Essaystil. Jeder Artikel sollte mit einer zwei- bis viersätzigen direkten Antwort auf die Hauptfrage beginnen, der Rest folgt als Begründung. Dieser Aufbau ist die wirkungsvollste einzelne Formatänderung, die man machen kann.
Warum das für Schweizer KMU besonders relevant ist
In grossen Märkten tobt der Wettbewerb um KI-Sichtbarkeit bereits. In der Schweiz, besonders auf Deutsch, ist das Feld noch weitgehend leer.
Wer jetzt anfängt, seine Website und Inhalte so zu strukturieren, dass KI-Systeme sie lesen und zitieren können, baut einen Vorsprung auf, der sich mit der Zeit vergrössert. KI-Modelle werden mit diesen Inhalten trainiert. Wer früh präsent ist, bleibt präsent.
Das gilt besonders für lokale und regionale Anfragen. "Elektroinstallateur March Schwyz" oder "Treuhand Lachen" sind Anfragen, bei denen heute noch sehr wenige Unternehmen KI-optimierte Inhalte haben. Der erste, der das ändert, hat einen erheblichen Vorteil.
Was das in der Praxis bedeutet
Ein paar konkrete Massnahmen, die den grössten Unterschied machen:
llms.txt einrichten. Eine einfache Textdatei auf der Website, die KI-Systemen sagt wer man ist, was man tut und welche Seiten relevant sind. Ähnlich wie robots.txt für Google, aber für Sprachmodelle.
FAQ-Sektionen mit echten Fragen. KI-Systeme beantworten Fragen. Wer Fragen stellt und beantwortet, die potenzielle Kunden tatsächlich stellen, liefert genau das Format, das am häufigsten zitiert wird.
Schema-Markup für Dienstleistungen. Strukturierte Daten helfen Maschinen zu verstehen, was ein Unternehmen anbietet, wo es tätig ist und wer dahintersteckt. Das ist technisch, aber nicht kompliziert.
Aktuelle Inhalte. Perplexity gewichtet Aktualität stark. Ein Artikel, der im Mai 2026 aktualisiert wurde, wird einem inhaltlich identischen Artikel aus 2023 vorgezogen. Regelmässige Updates bestehender Inhalte sind oft wirkungsvoller als neue Artikel.
Externe Erwähnungen aufbauen. KI-Systeme zitieren Quellen, die selbst zitiert werden. Erwähnungen in Branchenverzeichnissen, lokalen Medien oder Partnerwebsites erhöhen die Wahrscheinlichkeit, als glaubwürdige Quelle eingestuft zu werden.
Was das nicht ist
AEO und GEO sind kein Ersatz für eine gute Website. Eine schlecht strukturierte, langsame oder inhaltlich leere Seite wird auch mit den besten Optimierungen nicht in KI-Antworten auftauchen.
Kein einmaliges Projekt ist es ausserdem. Der Prozess läuft in Phasen: Zuerst messen, wo man heute steht, dann die wichtigsten Seiten optimieren, dann externe Signale aufbauen, dann erneut messen. Wer das konsequent tut, sieht nach acht bis zehn Wochen messbare Veränderungen.
Geheimwissen ist es keines. Wer versteht, was KI-Systeme suchen, und seine Inhalte entsprechend aufbaut, hat eine realistische Chance, in den Antworten zu erscheinen, die seine Zielgruppe heute schon konsumiert.
Wir analysieren für Kunden, wie sie aktuell in KI-Suchen sichtbar sind und was konkret geändert werden müsste. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Unternehmen heute steht: das schauen wir uns gern gemeinsam an.